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Botulismus I: Entstehung und Symptome

Symptome bei Botulismus

1. Allgemeine Schwächezustand
2. Schwankender Gang, Muskelzittern
3. Kau- und Schluckbeschwerden, Lähmung der Zunge, der Kaumuskeln, des Raches und des Kehlkopfes,Speicheln
4. Lähmung der Skelettmuskulatur
5. Gestörte Darmtätigkeit
6. Atemnot

Entstehung:
entsteht durch das Toxin, das das Bakterikum Clostridium botulinum absondert. Die Symptome werden durch die Toxine ausgelöst, die die betreffenden Bakterien in ihre Umgebung abgeben, vermehren tun sie sich unter Luftabschluß - daher das größere Risiko bei Silage. Beim Pferd handelt es sich um die Toxin-Typen B,C. oder D. Minimale Toxinmengen reichen für schwerste Vergiftungssymptome, hier handelt es sich um einige der stärksten bekannten Gifte.

Verlauf:
Nach der Aufnahme wird das Gift über die Blutbahn verteilt, greift die Synapsen zwischen den Nervenzellen an und blockiert die Freisetzung des Nervenbotenstoffes Azetylcholin. Diese Wirkung führt zu einer Unterbrechung der Impulsübertragung vom Nerven auf den Muskel und damit zu Lähmungen. Typisch ist die Ausbreitung der Symptome im Körper von vorne nach hinten. Im Anfang sind die Pferde schlapp und müde.Der Gang ist unregelmäßig, schwanken, Muskelzittern und Muskelschwäche stellen sich ein, gefolgt von Schluckbeschwerden (Kehlkopflähmung).

Die Pferde wollen fressen und können nicht, Futter und Wasser fallen bzw. laufen heraus. Die Zunge hängt oft schlaff heraus oder kann aus der Maulspalte gezogen werden. Die Pferde verlieren Speichel. Zunehmend stellen sich Schwäche und Lähmungserscheinungen ein, die sowohl die Skelettmuskulatzr betreffen als auch die Darmfunktion - ein Grund, warum diese Pferde häufig als Kolik-Patienten behandelt werden. Im Endstadium liegen die Pferde fest. Der Tod tritt letztendlich durch Lähmung der Atemmuskulatur ein, die Pferde ersticken bei vollem Bewußtsein, sofern sie nicht vorher eingeschläfert werden.

Ursache:
Am meisten verunreinigte Silage durch tote Tiere, aber auch Heu. Heilungschancen hängen davon ab, wieviel das Pferd davon gefressen hat und wie schnell es sein Antiserum bekommt. Hat das Toxin bereits die Synapsen beschädigt, ist es vorbei, dann hilft nichts mehr. Grundsätzlich könnten in jedem Futtermittel Clostidium Botulinumbakterien drin sein, die dieses Toxin abgeben.

Behandlung:
Antibiotika soll die Vermehrung der Bakterien verhindern, ansonsten besteht die Therapie darin, das Pferd zu stabilisieren bzw. zu erleichtern, zusätzlich Medikamente, um den Darm anzuregen, desweiteren Infusionen mit dem Nervenvitamin B, und Medikamente, um die Leber zu stärken. Können die Pferde nicht mehr schlucken, müssen sie über eine Nasenschlundsonde ernährt werden.

Die Rekonvaleszenz dauert Wochen, oft sogar Monate. Die Diagnose erfolgt nur im Ausschlussverfahren.

Andere Vertreter dieser Bakterienfamilie, die durch Toxinbildung lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können, sind zum Beispiel Clostridium tetanie (Tetanus) oder Bacillus anthracis (Milzbrand). Beim Pferd wird Botulismus durch das Toxin von Clostridium botulinum, Typ A, B, C, D, E, F und G verursacht (sie können einzeln oder zusammen auftreten).

Die Bakterien Clostridium botulinum kommen weltweit vor und sind vor allem in der oberen, humusreichen Bodenschicht von Wiesen und Weiden vorhanden. Verbreitet werden sie durch kontaminierten Dünger (z.B. Biokompost), Klärschlamm, Festmist oder Gülle. Besonders Hühnergülle aus Massentierhaltungen stellt ein besonderes Risiko dar, weil sich das Bakterium gerne im Darmbereich von Vögeln bzw. Hühnern aufhält. Einmal kontaminierte Weiden oder Ackerland bleiben jahrelang ein Risiko für Mensch und Pferd. Finden sie ungünstige Lebensbedingungen vor, bilden sich Sporen (inaktive Dauerformen), die sehr resistent gegen Umwelteinflüsse sind und jahrzehntelang im Boden überleben können.
Das Bakterium selbst vermehrt sich beziehungsweise bildet das bedrohliche, geruchs- und geschmackslose Botulinumtoxin (Gift) besonders gern in verwesendem tierischem Gewebe, bei Temperaturen ab 25 °Celsius sowie in sauerstoffarmer, feuchter und eiweissreicher Umgebung. Tierkadaver wie tote Mäuse, Ratten oder Vögel in Heu- und Strohballen oder Getreidespeichern sind genauso potenzielle Gefahrenquellen wie eiweissreiche, sehr feuchte und mit Erde verunreinigte Grassilagegrossballen.

Der Gefährlichkeitsgrad des Botulinum-Bakteriums ist differenziert zu betrachten. Auf der einen Seite bilden die Bakterien bei ihrer Vermehrung nicht immer und in jedem Fall Gift – warum, bleibt die Forschung noch schuldig – auf der anderen Seite ist das Botulinumtoxin beispielsweise eine Milliarde Mal giftiger als Cyankali! So reichen bereits 50 bis 100 Gramm Grassilage aus einem kontaminierten Silagegrossballen aus, um ein Grosspferd zu töten. In einer Region Spaniens starben 35 Maultiere aus 24 Höfen an Botulismus. Ursache war ein Katzenkadaver im Getreidelager der örtlichen Landwirtschaftsgenossenschaft.

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Quelle: borna-borreliose-herpes.de