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Ist das Tier an Diabetes erkrankt, fallen dem Tierbesitzer meist die klassischen Diabetes-Symptome auf: Vermehrtes Trinken und vermehrter Harnabsatz. Für eine sichere Diagnose ist der Besuch beim Tierarzt jedoch notwendig. Er entscheidet auch über die weitere Behandlung des Tieres.

Die folgenden Symptome können beim Tier auf einen Diabetes hinweisen:

-vermehrtes Trinken (Polydipsie) in Kombination mit
-vermehrtem Harnabsatz (Polyurie)
-vermehrte Futteraufnahme (Polyphagie) bei gleichzeitigem Gewichtsverlust

-offensichtliche Fellveränderungen


(Für die Vollständigkeit der Aufzählung wird keine Gewähr übernommen.)

Beim Pferd fallen zunächst meist Leistungsabfall, Abmagern und häufigere Entzündungen, zum Beispiel im Hufbereich, auf.


Die Diagnose
Bei Schilderung der genannten Zeichen hegt der Tierarzt meist schon den ersten Verdacht, dass es sich um einen Diabetes handeln könne. Im Laufe der nachfolgenden Untersuchung können weitere Symptome auffallen: Grauer Star (Katarakt), Lebervergrößerung, Erbrechen und Austrocknung des Körpers. Es ist zunächst abzuklären, ob bestehende Krankheiten bekannt sind, ob dem Vierbeiner Medikamente verabreicht wurden, die Diabetes auslösen können, oder – beim weiblichen Tier – wann die Hündin bzw. Katze zuletzt läufig war.

Blut- und Urinuntersuchungen sind wichtig
Zur Diagnosesicherung sind wiederholte Blut- und Urinuntersuchungen unumgänglich. Es ist wichtig, beide Körperflüssigkeiten zu untersuchen, denn selbst wenn im Harn noch kein erhöhter Zuckerwert festgestellt werden kann, sind die Blutzuckerwerte meist schon sehr weit erhöht.

Die Normalwerte für Blutzucker (Blutglukose) liegen bei der Hündin beispielsweise zwischen 75 und 108 mg/dl. Erst wenn er die Grenze von 180 mg/dl übersteigt, beginnt die Niere die überflüssige Glukose auszuscheiden. Diese überflüssige Glukose kann dann im Urin nachgewiesen werden.

Die Bestimmung des Insulinspiegels im Blut hat beim Tier nicht immer Aussagekraft. Ähnliches gilt für den Glukosetoleranztest.

Auch andere Organe können Ursache sein
Neben der Blutzuckerbestimmung, die in vielen Fällen für eine Diabetes-Diagnose nicht ausreichend ist, sollten möglichst auch andere Organe untersucht werden, da verschiedene Krankheiten zu einem Glukoseanstieg führen können.

Wurde bei einem Tier Diabetes diagnostiziert, wird heutzutage zur Absicherung der Ergebnisse die Bestimmung so genannter Fruktosamine empfohlen. Bei Fruktosaminen handelt es sich um Verbindungen aus Zucker und Eiweiß. Ihre Werte sind erhöht, wenn der Blutglukosespiegel während der letzten acht bis zehn Tage erhöht war. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise eine Stress-Überzuckerung bei der Katze ausschließen.


Quelle: Dr. med. vet. Henrik Hofmann, Butzbach