Die Ursache von Koppen und anderen Sterotypien geben Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Schlechte Haltungsbedingungen wurden diskutiert bis hin zum Abbau des des Stresshormons Kortisol im Blut. Bei eingefleischten Koppern nützen aber weder Beschäftigung, Offenställe und Co.. und auch Kortisol wurde durch das Verhalten nicht abgebaut. Und es stellt sich vor allem auch die Frage: wieso beginnen bereits wenige Monate alte Fohlen zu Koppen, ohne dass in ihrer Umgebung koppende Pferde sind? Die Panikmache in vielen Ställen, das eigene Pferd würde in der Umgebung eines Koppers selbst zu dieser Unart angeregt, ist heute längst gegenteilig bewiesen.
Derzeit untersucht die Justus-Liebig-Universität in Giessen, ob überschüssige Magensäure oder auch Magengeschwüre Koppen zur Folge haben. Bereits anfangs 19. Jahrhundert war der Brite Frederic Fitzwygram in seinem Werk "Horse and Stables" der Meinung, dass Koppen von Säure im Magen herrühre. Verhaltensforscher Professor Daniel Mills folgte später der Frage, ob Pferde durch das Koppen versuchen, die überschüssige Magensäure, die beim Fressen von Kraftfutter entsteht, zu neutralisieren. Ende 1990 gab er 60 Testpferden einige Wochen lang zum Kraftfutter Rennie-Tabeletten, ein Präparat aus Kalzium- und Magnesiumcarbonat. Beim Menschen sollen die Tabletten überschüssige Magensäure binden. Tatsächlich verringerte sich die Kopperrate der Pferde, die 6 Rennies zum Kraftfutter frassen, um bis zu 90 Prozent!!
Offenbar beginnen Pferde also zu koppen, um den Säuregehalt bei Kraftfuttergaben auszugleichen - ähnlich wie ein Mensch bei zu saurem Essen aufstösst. Fohlen zwischen 3 und 5 Monaten, die zu früh abgesetzt wurden, sollen mit Koppen beginnen, weil ihre Magenschleimhaut noch nicht mit Kraftfutter zurecht kommt. Da viele Absetzer an Magengeschwüren leiden, nimmt Professor Hanno Würbel an, dass Magengeschwüre überhaupt erst Koppen auslösen. Die Justus-Liebig-Universität in Giessen macht seit letztem Jahr eine Studie, ob Koppen auch bei älteren Pferden eine Folge von Magengeschwüren sein kann. Erste Ergebnisse gibt es 2008. Interessant ist, dass viele Vollblüter koppen, die in in ihrer Rennkarriere ja in der täglichen Futterration als Gross nur Kraftfutter erhalten. Und noch mehr im Vergleich zu anderen Sportpferden an Magengeschwüren leiden.
