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Stelzfüße, zu `weiche` Gelenke und ähnliche Probleme sehen Tierärzte in jeder `Fohlensaison`. Der zitierte Artikel gibt einen hervorragenden Überblick über die häufigsten Ursachen.

Kontrakturen von Sehnen sind zweifellos das ernsteste Problem, auch wenn extrem weiche Bänder möglicherweise häufiger sind. Beide Erkrankungen betreffen gewöhnlich Bänder und Sehnen der distalen Gliedmaßenbereiche, aber theoretisch können auch entsprechende Strukturen an anderen Lokalisationen des Körpers gleiche Probleme betroffen sein. Gelegentlich werden Fohlen geboren, die eine Vielzahl von Kontrakturen an den Gliedmaßen und am Körper selbst aufweisen und dann regelrecht `windschief` aussehen. Diese Tiere werden tatsächlich als `windswept` bezeichnet und können ihre Fehlstellungen auswachsen, allerdings ist das möglichst frühzeitige gezielte Eingreifen für den Erfolg entscheidend.
Selbst Ohren, Nasen, Zungen und Schweife können nach Literaturangaben verschiedene Schweregrade von Kontrakturen oder aber zu lockerem Gewebe zeigen. Die meisten Besitzer reagieren in einem solchen Fall geschockt und suchen verzweifelt nach Gründen für das abnorme Aussehen, sind aber zur Behandlung in der Regel bereit.

Ursachen
Eine mögliche Ursache und zugleich die häufigste ist die sogenannte intrauterine Malposition: das Fohlen wird in dem begrenzten Platz des Uterus in eine Fehlposition gedrängt, die ihm nicht erlaubt, die Gliedmaßen zu strecken und normal zu bewegen, was letztlich zu verkürzten Bändern und Sehnen an den betroffenen Gliedmaßen führt.
Diese Erklärung ist plausibel für sämtliche Kontrakturen, nicht aber für zu lockeres Gewebe oder gar für die Fohlen, die sowohl Kontrakturen als auch zu lockeres Gewebe zeigen. Die Pathogenese dieses eher seltenen Phänomens ist schwieriger zu erklären.
Auch hier ist nach Erfahrung von Dr. Andrew Parks, Professor of Surgery der University of Georgia, College of Veterinary Medicine, die `intrauterine Malposition` die plausibelste Erklärung, aber auch diejenige, die die Pferdebesitzer am ehesten akzeptieren. Allerdings ist sie natürlich, wie er zugibt, vom wissenschaftlichen Standpunkt aus am schwierigsten zu belegen.
Zahlreiche Tierärzte gehen mittlerweile von einem multifaktoriellen Geschehen aus, die letztlich zu diesen kongenitalen Fehlstellungen führen. Gezielte Zuchtprogramme, die zur Verringerung derartiger Probleme führen sollen, sind dringend erforderlich.

Pflanzen und Toxine
Zahlreiche Fälle von Sehnenkontrakturen bei Fohlen sind beschrieben, deren Mütter verschiedenen Pflanzen und Toxinen ausgesetzt waren. Locoweed, Sudangrass und andere Pflanzen gelten als mögliche Ursachen.

Andere
Verschiedenste infektiöse Agentien wurden in der Vergangenheit als mögliche Auslöser angesehen, aber nie definitiv als Ursache einer Fehlstellung nachgewiesen. Auch hier muß noch einiges an Forschung betrieben werden, bis möglicherweise spezielle Erkrankungen als Auslöser von Kontrakturen oder `losen Gelenken` nachgewiesen werden können.

Dasselbe gilt für Vitamin- oder Mineralstoffmangel oder -überschuß in der Fütterung der tragenden Stuten. Zweifellos kann eine pathologische Entwicklung von Knochen zu abnormaler Entwicklung der Sehnen führen. Auch das Vorliegen verschiedenster Defekte in der Produktion von Elstin und Kollagen wäre denkbar und plausibel.

Genetische Faktoren sind möglicherweise wichtiger als bisher angenommen. Große Hoffnung setzt man in die Fortschritte beim sogenannten `gene mapping`.

Bis dahin bleibt allerdings nur, die bislang bereits bekannten Faktoren zu korrigieren und die betroffenen Fohlen möglichst früh und intensiv zu therapieren.

Therapie schwacher Beugesehnen
Viele Fohlen werden mit mehr oder weniger schwachen Beugesehnen geboren. Betroffen sind meist die Hintergliedmaßen, die Vordergliedmaßen können aber gleichfalls mitbeteiligt sein.
Charakteristisch ist ein normal und alert erscheinendes Fohlen, das im Stand die palmare bzw. plantare Fläche des Hufs belastet. Die Zehe trägt kein Gewicht. In schweren Fällen kann sogar die kaudale Oberfläche des Fesselgelenks den Boden berühren.
Die Therapie besteht in der frühzeitigen Korrektur, beispielsweise mit einem PVC-Zehenstrecker, der dem Fuß genau angepaßt ist und mit Acrylkleber fixiert wird. Die Extension zwingt die Bänder und Sehnen in Streckstellung und ist in vielen Fällen von Sehnenkontraktur erfolgreich. Diese Extensoren sind bei einiger Erfahrung leicht anzufertigen und anzupassen.
Der Großteil der betroffenen Fohlen korrigiert die Fehlstellung binnen weniger Tage selbst. Bewegung ist ganz wichtig und korreliert in vielen Fällen direkt mit der Ausbildung einer physiologischen Stellung von Fesselgelenk und der gewichtstragenden Teilen des Hufes. Entsprechendes Korrigieren des Hufes zur Wiederherstellung einer planen Hufsohle kann bei länger bestehenden Problemen indiziert sein.

Es gibt noch eine relativ seltene Erkrankung bei Fohlen, bei der es zur extremen Beweglichkeit in den interphalangealen Gelenken kommt. Die Ursache hierfür ist unbekannt. Diese Erkrankung spricht nicht auf die Behandlung an. Nach Dr. Ted Stashak, Professor of surgery der Colorado State University, College of Veterinary Medicine, kann diese seltene Erkrankung von den weitaus häufiger vorkommenden `weichen Gelenken` lediglich über das engmaschige Kontrollieren des Therapieerfolgs differenziert werden. Digitale Bilder sind hier sinnvoll, weil sie erlauben, auch kleinste Änderungen in der Winkelung zu messen und so auch jede kleine Verbesserung zu registrieren.

Quelle: Marcella, K.L. (2003): Tendon contracture and laxity problems in foals common, but still serious. In: www.dvmnewsmagazine.com/dvm/