In der hippologischen Literatur und Fachkreisen wurde vielfach angegeben, daß Weben zu Leistungsminderung, Schäden der Sehnen und Gelenke der Vordergliedmaßen und bodenweiter Stellung führt, ebenso häufig wurde dies jedoch bestritten. Mehrfache Untersuchungen (RADTKE (1985), COOPER et al. (2000) und ZEITLERFEICHT(2001)) konnten keinen schädigenden Einfluß des Webens auf die physische Gesundheit feststellen. Sie untersuchten den Gesundheitszustand der Vorderextremitäten webender Pferde durch Anamnese, Adspektion und Palpation und zogen die aktuelle Leistungsfähigkeit zur Beurteilung heran. Sie geben an, daß sich keine überdurchschnittliche Krankheitshäufigkeit im Bereich der Vorderextremitäten erkennen lassen. Ein wissenschaftlicher Nachweis, der darauf schließen läßt, daß die Stereotypie Weben den Gesundheitszustand betroffener Pferde beeinträchtigt, liegt demnach nicht vor. Das Boxen- und Weidelaufen allerdings verursacht nicht nur eine ständige Unruhe im Stall,sondern kann vor allem bei Rennpferden durch den Stress auch zu einer Leistungsminderung führen. Die Angst vor gesundheitlichen Folgen ist in den Köpfen der Pferdebesitzer nach wie vor präsent, und auch die Furcht vor Nachahmung durch Stallgenossen, weswegen Pferde, die solche Stereotypien ausüben, meist erheblich in ihrem Wert gemindert sind.
Sie sind hier:
Startseite

